Tipps: Essen und Trinken

Essen und Trinken: 0 bis 12 Monate

Die nachfolgenden Tipps und Ideen stammen mehrheitlich aus dem Spezialdossier "Ernährung und Bewegung in der Schwangerschaft und den ersten Lebensjahren" des BabyGuide, dem Schweizer Ratgeber für werdende und junge Eltern, dort finden Sie auch noch weitergehende Informationen.

Stillen – der ideale Start ins Leben

In den ersten Lebensmonaten ist Muttermilch die beste Nahrung für Ihr Kind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, ein Kind während der ersten 6 Lebensmonate ausschliesslich zu stillen und danach das Stillen mit einer angepassten Beikost zu kombinieren, bis das Kind etwa 2 Jahre alt ist. Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe in der optimalen Temperatur und Zusammensetzung, die Ihr Baby in den ersten Lebensmonaten benötigt. Gestillte Kinder haben ein geringeres Risiko übergewichtig oder adipös zu werden, ausserdem erkranken sie seltener an Allergien.

Wenn Sie nicht stillen

Wenn Sie nicht stillen können oder wollen, ist eine industriell hergestellte Säuglingsanfangsmilch ein angemessener Muttermilchersatz. Die heutige Säuglingsanfangsnahrung nimmt sich die Muttermilch im Nährstoff- und Energiegehalt als Vorbild. Auf dem Markt gibt es die unterschiedlichsten Muttermilchersatzprodukte. Lassen Sie sich daher vor dem Kauf von einer Still- oder Mütterberatung beraten. Wenn Ihr Kind eine Milch gut verträgt, wird empfohlen, diese zusätzlich zur Beikost bis zum Ende des 1. Lebensjahres zu geben.

Säuglingsanfangsnahrung

Sie können im gesamten 1. Lebensjahr eine industriell hergestellte Säuglingsanfangsmilch verwenden. Achten Sie auf die richtige Dosierung gemäss der Dosierungsanleitung. Es ist nicht notwendig vom Stillen oder von der Säuglingsanfangsnahrung auf Folgenahrung umzustellen.

Wird Mein Kind satt?

Viele Mütter sind sich unsicher, ob ihre Milch ausreicht und ob ihr Kind satt wird.Ein voll gestilltes, gesundes Kind, das ausreichend trinkt, benötigt während der ersten sechs Monate keine zusätzliche Nahrung oder Flüssigkeit. Im Sommer, wenn es heiss ist und ihr Baby durstig ist, wird es häufiger und kürzer trinken. Dadurch erhält es mehr von der durststillenden Vordermilch. Die tägliche Trinkmenge kann schwanken. Sie haben vielleicht das Gefühl, Sie hätten plötzlich zu wenig Milch. Dadurch, dass Ihr Kind mehr Hunger hat, trinkt es häufiger (etwa alle zwei Stunden) und regt so die Milchbildung wieder an. Nach etwa zwei Tagen wird sich wieder ein normaler Stillrhythmus einpendeln. Weitere Tipps zum Stillen finden Sie in der Stillbroschüre der Schweizerischen Stiftung zur Förderung des Stillens. Wenden Sie sich bei Unsicherheiten betreffend der Gewichtsentwicklung Ihres Kindes an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder an eine Mütter- oder Stillberaterin, sie können Ihnen praktische Tipps geben.

Zusätzliche Schoppen

Gestillte Säuglinge oder Säuglinge, welche Muttermilchersatzprodukte bekommen, brauchen keine zusätzliche Flüssigkeit wie Wasser, Tee oder Fruchtsäfte. Bei grosser Hitze und Krankheit, kann schon mal ein wenig Wasser in einer Schoppenflasche zugeführt werden. Gesüsste Getränke sollten unbedingt vermieden werden! Wenn nach 6 Monaten mit der Breinahrung begonnen wird, braucht das Kind zusätzlich Flüssigkeit, am besten in Form von Wasser oder ungesüssten Getränken. Schoppenflaschen sollten jedoch nie dem Kind zur Selbstbedienung mit ins Bett oder den Kinderwagen gegeben werden.

Was stillende MÜtter essen sollten

Als stillende Mutter sollten Sie darauf achten, dass Sie genügend Energie, Nährstoffe und ausreichend Flüssigkeit aufnehmen, damit Ihr Körper für die Bildung der Muttermilch nicht auf Ihre eigenen Reserven zurückgreifen muss. So erhöht sich der Bedarf an Flüssigkeit auf 2–3 Liter pro Tag. Der tägliche Energiebedarf erhöht sich im Durchschnitt um etwa 500 Kilokalorien (dies entspricht z.B. einem Apfel, einem Joghurt und zwei Scheiben Vollkornbrot). Diäten und extreme Gewichtsreduktion in der Stillzeit sind zu vermeiden. Es kann auch vorkommen, dass die Mutter nach der Geburt unter ihr normales Körpergewicht fällt. Um einen zu starken Gewichtsverlust während der Stillzeit zu verhindern, sind energiedichte Lebensmittel wie  z.B. Nüsse, vollfette Milchprodukte, pflanzlich hochwertige Öle (z.B. Raps- und Olivenöl) empfehlenswert.

Quelle: Merkblätter der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE). Ernährung während der Schwangerschaft. SGE, 2008. www.sge-ssn.ch

Wenn Milch allein nicht mehr reicht - Beginn der Beikost

Nach dem ersten halben Lebensjahr werden Kinder zunehmend aktiv und beginnen ihre Umwelt zu erforschen, dadurch steigt ihr Energie- und Nährstoffbedarf. Die Milch reicht nun nicht mehr aus. Nach dem 6. Monat sollte mit der Einführung der Beikost begonnen werden. Bei Säuglingsanfangsnahrung ist die Einführung von Beikost schon nach dem 5. Monat möglich. Wenden Sie sich an eine Fachperson. 

  • Beginnen Sie nicht zu früh mit den Breimahlzeiten. Warten sie die motorische Entwicklung ab und besprechen Sie mit einer Fachperson den richtigen Zeitpunkt und die Art und Weise der Beikosteinführung.
  • Hören Sie bei der Einführung von Breimahlzeiten auf keinen Fall mit dem Stillen auf. Muttermilch in Ergänzung mit Beikost ist bis über das 1. Lenesjahr hinaus möglich und sinnvoll.
  • Die Breimenge kann je nach Grösse des Kindes, der Nahrungsverwertung und dem Bewegungsverhalten sehr unterschiedlich sein. Wenden Sie sich bei Unsicherheit  an eine Fachperson.

Ergänzende Information und weitere hilfreiche Tipps zur Beikost finden Sie im BabyGuide.

Breimahlzeiten: eine grosse Umstellung in kleinen Schritten

Essen bedeutet nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern auch Zuwendung erhalten und Neues entdecken. Ihr Kind braucht Zeit, sich an die neue Ernährungsweise, an den neuen Geschmack und die neuen Empfindungen im Mund zu gewöhnen. Haben Sie Geduld! Zwang und Zeitdruck während dem Essen wirken sich – oft jahrelang – ungünstig auf das Essverhalten von Kindern aus. Etwas Gelassenheit tut allen gut. Geben Sie, wenn immer möglich, Ihrem Kind seinen Brei während einer Familienmahlzeit.

Tipps zu BreiMahlzeiten

Im BabyGuide finden Sie Rezepte für selbst zubereitete Breimahlzeiten.

  • Verwenden Sie als Grundlage für den Brei Kartoffeln. Später können diese ein oder zweimal pro Woche durch Reis, Mais (Polenta) und Hirse ersetzt werden.
  • Als erste Mahlzeit wird meist der Gemüse-Kartoffel-Brei am Mittag eingeführt. Nach einem Monat führen Sie den Getreide-Brei mit einer Säuglingsmilch zubereitet am Abend ein und wieder einen Monat später Getreide-Früchte-Brei am Nachmittag.
  • Zuckern Sie den Früchtebrei nicht. Nimmt Ihr Kind den Früchtebrei nicht ungesüsst, überprüfen sie, ob dies an der zu frühen Einführung der Breimahlzeit oder am Reifegrad der Früchte liegen könnte.
  • Beikost in flüssiger Form (wie z.B. Getreideschoppen auf die Nacht) wird wegen der Gefahr der Überfütterung nicht empfohlen.
  • Isst Ihr Kind einen ganzen Brei, dann können 100 – 150 g Fleisch pro Woche dazugegeben werden. Fleisch wird zusammen mit dem Gemüse gekocht und püriert.
  • Um die Eisenaufnahme zu verbessern, fügen Sie dem Gemüsebrei Vitamin C in Form von ungesüsstem Orangensaft (mit 100% Fruchtgehalt) zu.
  • Sie können auch grössere Mengen Brei kochen, pürieren, in Tiefkühlbecher abfüllen, rasch abkühlen (geringerer Vitaminverlust) und einfrieren.
  • Mit steigender Breimenge reduzieren sich die Stillmahlzeiten auf natürliche Weise. Bei Säuglingsanfangsnahrung sollte die Menge entsprechend reduziert werden. Bieten Sie ihrem Kind zusätzlich abgekochtes Leitungswasser oder natriumarmes Mineralwasser aus dem Trinkbecher an.
  • Verwenden Sie im 1. Lebensjahr weder Salz noch Gewürze.
  • Neue Gemüsesorten sollten jeweils einzeln eingeführt werden.
  • Reagiert Ihr Kind allergisch auf ein Lebensmittel, so streichen Sie es konsequent aus der Ernährung. Wenden Sie sich diesbezüglich an Ihren Kinderarzt/ärztin.

Unnötige Zusätze in Fertigbreien

Fertigbreie enthalten zum Teil geschmacksgebende Zutaten wie Salz, Zucker oder Kakao. Sie sind in der Säuglingsernährung überflüssig. Vorsicht,  Zucker kann im Produkt unter anderem Namen wie z.B. Saccharose (Haushaltszucker), Glukose (Traubenzucker) oder Glukosesirup, Fruktose (Fruchtzucker) oder Maltose (Malzzucker), Honig, Ahornsirup, Fruchtdicksaft versteckt sein.

Quelle: aid infodienst Verbraucherschutz Ernährung Landwirtschaft. www.aid.de

Tipps zum Füttern und zum Essverhalten

Viele Eltern empfinden das Essverhalten ihrer Kinder manchmal als problematisch und sind verunsichert. Meist handelt es sich um vorübergehende Probleme wie Appetitschwankungen oder Abneigungen, die ganz normal sind. Gestillte Kinder akzeptieren z.B. feste Nahrung und Füttern mit dem Löffel manchmal erst mit acht Monaten oder sie möchten selber essen, statt mit dem Löffel gefüttert werden.  Entscheidend ist, wie Eltern in dieser Situation das Verhalten des Kindes interpretieren und darauf reagieren.

Bei Unsicherheiten wenden Sie sich an Ihre Mütter/Väterberatung oder an Ihren Arzt/Ärztin.

Nützliche Tipps:

  • Wenn Ihr Kind beim Essen hin- und herzappelt, ist es vielleicht bereits satt, die Mahlzeit dauert zu lange oder es ist zu viel Unruhe im Raum.
  • Achten Sie auf die Sättigungssignale Ihres Kindes, wie z.B. Kopf weg drehen und Mund verschliessen. Beenden Sie dann die Mahlzeit, überfüttern Sie Ihr Kind nicht!
  • Lassen Sie Ihr Kind entscheiden, ob und wie viel es von dem Angebotenen isst, zwingen Sie es nicht zum Essen. Das Hungergefühl kann von Kind zu Kind und von Mahlzeit zu Mahlzeit sehr unterschiedlich sein.
  • Lehnt Ihr Kind ein bestimmtes Lebensmittel ab, akzeptieren Sie das. Bieten Sie es zu einem späteren Zeitpunkt wieder an. Mehrmalige Wiederholungen (je nachdem weit über zehn Mal) können notwendig sein, bis Ihr Kind das Lebensmittel akzeptiert.
Weitere nützliche Hinweise finden Sie im BabyGuide.

Wann darf ein Kind etwas knabbern?

Mit 6 Monaten werden die Babys neugieriger, greifen nach Essbarem und machen die Kaubewegungen der Eltern nach. Die ersten Zähne werden am besten auf einem Beissring ausgetestet. Die Mundmotorik ist im ersten Lebensjahr noch nicht genügend entwickelt, so dass sich Kleinkinder leicht verschlucken.
Harte Rübli- oder Apfelstücke können gefährlich werden, auch auf Nüsse sollte vorerst verzichtet werden, denn das Kind kann sich leicht daran verschlucken. Geben Sie Ihrem Kind Nahrungsmittel, die sich leicht auflösen wie Zwieback, Dinkelstangen oder später Reiswaffeln. Setzten Sie Ihr Kind dazu immer aufrecht hin und lassen Sie es nicht unbeobachtet. Verzichten Sie auf zuckerhaltige Babykekse. Beruhigen Sie Ihr Kind nicht mit Knabbersachen, es will beissen lernen, nicht „naschen“.

Weitere nützliche Informationen zum Stillen oder zur Ernährung Ihres Kleinkindes finden Sie in der Rubrik Flyer, Broschüren und Publikationen. >>