Tipps: Essen und Trinken

Essen und Trinken ab 1 Jahr

Die nachfolgenden Tipps und Ideen stammen mehrheitlich aus dem Suisse Balance Spezialdossier im BabyGuide, dem Schweizer Ratgeber für werdende und junge Eltern, dort finden Sie auch weitergehende Informationen.

das Kleinkind am Familientisch

Ihr Kind kann am Familientisch teilnehmen, sobald es selber sitzen kann. Möglicherweise möchte es noch nicht so lange sitzen bleiben wie die anderen, aber auf jeden Fall möchte es gerne dazu gehören. Es kann alle Mahlzeiten wie der Rest der Familie essen. Vorsicht mit stark gewürzten oder gesalzenen Lebensmitteln. Auf ganze Nüsse sollte bis zum 4. Lebensjahr verzichtet werden, weil sich das Kind daran leicht verschlucken kann.
Fixe Essenzeiten und Rituale helfen dem Kind, ein positives Verhältnis zum Essen zu entwickeln. Essen Sie möglichst immer gemeinsam mit Ihrem Kind, denn in Gesellschaft schmeckt es am besten. Vermeiden Sie Machtkämpfe am Familientisch. Diskutieren Sie nicht über das Essen, wenn Ihr Kind bestimmte Speisen verweigert. Regen Sie Ihr Kind lieber zum Probieren an und greifen Sie selbst genussvoll zu. Da sich die geschmacklichen Vorlieben im Laufe der Zeit verändern, empfiehlt es sich auch, Speisen die einmal abgelehnt wurden, wiederholt anzubieten.

Neugier wecken – für eine vielfältige Ernährungsweise motivieren

Ihr Kind soll die verschiedenen Lebensmittel in ihrer sensorischen Vielfalt von Geschmack, Beschaffenheit, Farbe und Form – auch mal unzerkleinert – mit allen Sinnen kennenlernen, denn die sensorische Prägung des Kindes beeinflusst das Essverhalten und die Gesundheit bis ins Erwachsenenalter! Das Essen darf auch mal mit den Fingern erforscht werden, z.B. den Reis zwischen den Fingern zerkneiffen oder ein Salatblatt ohne Sauce in Stücke zupfen, gibt Ihrem Kind eine wichtige Erfahrung über die Beschaffenheit des Essens.

Bieten Sie Ihrem Kind Vielfalt an. Wecken Sie die Neugier ihres Kindes und ermuntern Sie es zum Probieren, so wird das Geschmackserleben erweitert.

Wenn das Essen schön aussieht und gut schmeckt, ist die Lust auf Neues schnell geweckt. Früchte und Gemüse aufzuspiessen macht Kindern Spass und regt den Appetit an.

Essen und Trinken – keine Mittel für Bestrafung oder Belohnung

Setzen Sie Ihr Kind weder mit Belohnungen noch mit Bestrafungen oder Zwang im Zusammenhang mit Essen und Trinken unter Druck, insbesondere nicht mit Süssigkeiten! Lassen Sie ihrem Kind Freiräume bei der Auswahl der Speisen und reagieren Sie mit einer gewissen Gelassenheit gegenüber zeitweiligen Abneigungen!

Allgemeine Tipps für Ausgewogenes Essen für Familien

Eine gute und farbige Übersicht gibt Ihnen die Ernährungsscheibe der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung.

Weitere Tipps für ausgewogenes Essen und Trinken für Familien finden Sie im Spezialdossier des BabyGuide, dem Schweizer Ratgeber für werdende und junge Eltern.

  • Lassen Sie Ihr Kind bei der Mahlzeitenzubereitung in der Küche mithelfen.
  • Kinder brauchen regelmässige Mahlzeiten. Ein Frühstück zum Start, Mittagessen, Nachtessen, ein kleines Znüni und Zvieri geben die nötige Energie. Essen Sie, wenn immer möglich gemeinsam am Familientisch.
  • Neue Lebensmittel immer wieder probieren. Kinder müssen zuerst lernen, vieles zu mögen. Nur so essen sie später alles, was der Körper braucht.
  • Eltern bestimmen was – Kinder bestimmen wie viel. Sie als Eltern bestimmen, was Sie einkaufen und kochen. Ihr Kind bestimmt, wie viel es davon isst.
  • Beachten Sie das natürliche Hunger- und Sättigungsgefühl Ihres Kindes, es kann von Tag zu Tag und von Mahlzeit zu Mahlzeit unterschiedlich sein.
  • Wasser ist gesund. Hahnenwasser ist in der Schweiz bestes Trinkwasser. Süssgetränke meiden.
  • Frische Früchte und Gemüse essen – 5-mal am Tag!
  • Selber kochen. Frisch zubereitetes, regionales und saisonales Essen schmeckt besser
  • Schalten Sie beim Essen den Fernseh- oder Computerbildschirm aus.
  • Es gibt keine verbotenen Nahrungsmittel. Absolute Tabus machen diese nur attraktiver. Es kommt auf die Kombination, Menge und Häufigkeit an.
  • Weniger ist mehr - Portionsgrössen beachten.
  • Nur einmal pro Tag naschen.

Brauchen Kinder spezielle Lebensmittel für Kinder

Spezielle, nährstoffangereicherte "Kinderlebensmittel" sind weder für Säuglinge noch für Kleinkinder notwendig. Sie enthalten meist einen sehr hohen Zucker- und/oder Fettgehalt (z.B. Frühstücksflocken, Milchprodukte) sowie überdurchschnittlich viele Zusatzstoffe wie z.B. Farb- oder Aromastoffe.

Quelle: Merkblätter der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE). Ernährung von Kindern. SGE, 2008. www.sge-ssn.ch

Tischregeln schaffen Essatmosphäre

Regeln bei Tisch sorgen für eine angenehme Atmosphäre, in der Eltern und Kinder gemeinsam und in Ruhe ihr Essen geniessen können.

  • Vor dem Essen Hände waschen.
  • Wir fangen erst mit dem Essen an, wenn alle am Tisch sitzen.
  • Tischrituale zu Beginn der Mahlzeit einführen, wie. z.B. Tischgebete oder Wünsche wie „e Guete mitenand“
  • Jeder nimmt sich nur so viel oder lässt sich nur so viel geben – mindestens eine Mini-Kostprobe – wie er auch essen kann.
  • Niemand wird gezwungen seinen Teller leer zu essen.
  • Jeder isst von seinem eigenen Teller.
  • Wir bleiben so lange sitzen, bis alle (oder alle Kinder) ihre Mahlzeit beendet haben oder bis die Eltern das Aufstehen erlauben. Je nach Altersunterschied bei den Geschwistern ist es schwierig bis zum Ende der Mahlzeit sitzen zu bleiben.

Weitere Tipps und nützliche Infos finden Sie in der Rubrik Flyer und Broschüren. >>